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Fertighaus - Innenausbau - Kleiderschrank

2. Alumni-Treffen in Bad Bentheim/Nordhorn

22. Oktober 2009 gegen 19.00Uhr. Der Begriff "einchecken" trifft es nicht ganz. Zu ländlich und gemütlich präsentiert sich das "Alte Wasserwerk", eine kleine Pension in Bad Bentheim. Man meldet sich an.

Der Abend startete dann nach kurzem Fußmarsch im "Alten Museum", wo sich die ersten acht Alumnis bei Schnitzel, Getränken und gediegener Stammtischatmosphäre zur "Aufwärmrunde" einfanden. Die Teilnehmerzahl blieb bei dieser Veranstaltung überschaubar und so entwickelten sich schnell Gespräche über die Grenzen der ehemaligen Studienjahrgänge hinaus - eine positive Entwicklung, die die Absolventen zu einem Alumni-Kreis zusammenwachsen lässt.

Nach einem spontanen Locationwechsel inklusive Absacker waren Öffnungszeiten und Geduld des Bedienungspersonals ausgelotet und das Alte Wasserwerk als letztes Ziel für diesen Tag angepeilt.

Der Freitag sollte mit drei Betriebsbesichtigungen den Hauptteil der Alumni-Fahrt und damit einen straffen Zeitplan beinhalten. Schon für das Frühstück mussten ablaufoptimierte 10-12 Minuten ausreichen.

Auf dem Programm standen mit den Firmen Rosink Ladenbau und Rosink Maschinenfabrik zwei Unternehmen der gleichnamigen Gruppe sowie - zeitlich von beiden eingerahmt - die Firma Gussek Haus, ein Fertighaushersteller. Alle drei Firmen sind ansässig in Nordhorn.

Einen Einblick in hochwertigen wie umfangreichen Projekt- und Innenausbau gewährte ab 8.30 Uhr (+ akademische Toleranz) Dirk Brandt, Geschäftsführer der Rosink Ladenbau GmbH. Seine Präsentation beinhaltete Bilder und Fakten zu Objekteinrichtungen, die einem eingefleischten Kastenmöbler durchaus Lust auf einen Blick über den Spanplattenrand hinaus machen konnten. Durch einen hohen Grad an Innovation und den Mut, immer mal wieder architektonisches und materialtechnisches Neuland zu betreten, kann das Unternehmen auch spezielle und außergewöhnliche Aufgaben bewältigen. Dazu gehörte z.B. der "Innenumbau" einer leerstehenden Kirche zu einem mehrstöckigen kirchlichen Verlagshaus.

Während der anschließenden Führung durch die Produktion wurde dann begreifbar, was der Begriff "Serienfertigung" bedeuten kann und wo im Vergleich zur Möbelindustrie der Unterschied zur "Massenproduktion" liegen könnte. Wenn Firmen wie Rosink einerseits und z.B. FMD Möbel (Mitnahmemöbler und Mitglied im Verein der Berufsakademie) andererseits von Serienfertigung sprechen wird einmal mehr deutlich: "Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe". Interessanter Stoff für BA-Vorlesungen? Warum nicht?

 

 

Branchenwechsel:

Bei Firma Gussek Haus erwartete die Alumnis ein Komplettprogramm, das beim einen oder anderen durchaus ganz persönliches Interesse geweckt haben dürfte. Vom Grundstein bis zur Duscharmatur können hier alle Planungen und Wünsche in Sachen Eigenheim in die Realität umgesetzt werden. Das (im wahrsten Sinne des Wortes) Musterhaus vor Ort vermittelt Eindrücke von Dachpfannen, Fußbodenbelägen, Haustürsystemen, Treppen, kompletten Badeinrichtungen u.v.a.m. Unter energietechnischen Gesichtspunkten interessierten vor allem der Wandaufbau und die Dämmeigenschaften eines modernen Fertighauses.

Die folgende Besichtigung der Produktionshalle, geleitet von Herrn Drees, ließ gelegentlich eigene Erinnerungen und Erfahrungen bezüglich Innenausbau und Renovierungsarbeiten wach werden. Im Vergleich dazu macht man es sich bei  Fa. Gussek relativ leicht. Die Mitarbeiter legen sich Holzrahmen, Wände, Böden und Decken einfach zurecht, spachteln, verputzen und trockenbauen in geradezu entspannter Körperhaltung und fertigen auf diese Weise 350 Häuser pro Jahr. Ein System, das durch seine Komplettierung und die Art und Weise der Fertigung genauso erstaunen wie überzeugen kann. Man darf gespannt sein, welcher der Absolventen als erstes Erfahrungen mit dem eigenen Fertighaus aus Nordhorn machen wird.

Nach gefühlten 5 km Besichtigungsmarsch kam, was mittlerweile dringend kommen musste:

Die Mittagspause. Die anfangs erwähnte akademische Toleranz im Zusammenhang mit der Terminplanung sorgte dafür, dass das asiatische Buffet nicht hektisch aber doch sportlich abgearbeitet wurde.

So konnte der dritte Tagesordnungspunkt dem Zeitplan entsprechend in Angriff genommen werden:

In der Rosink Maschinenfabrik bot Herr Mannebeck den branchenfremden Besuchern Einblicke in zum Teil hoch spezialisierten Maschinen- und Metallbau. Die Produktpalette umfasst Maschinen zur Verarbeitung von Rohstoffen für die Textilindustrie wie z.B. Kannenstöcke und Servicemaschinen für Spinnereien. Zum Programm gehören außerdem Teilreinigungsmaschinen für die industrielle Reinigung aber auch Lohnfertigung für den Maschinen- und Metallbaubereich.

Und wie so oft, wenn die Holzverarbeitende Branche auf die Metallverarbeitende trifft, wurde auch in diesem Fall klar, dass man für die jeweils andere Seite wohl geboren sein muss. Die ganz eigene Metallatmosphäre, die Präzision, der Geruch, die von Kühl- und Schmiermittel geprägte Haptik (sofern man diese überhaupt erfahren möchte) und die vielen anderen speziellen Eindrücke erzeugen beim Nichtmetaller einen gewissen Respekt vor der Materie und führen meist zu dem Schluss: "Gut, dass die das können - für mich ist das nichts."

Angesichts dieser Kontraste ist es umso erstaunlicher, dass Innenausbau und Maschinenbau unter dem Dach der Rosink Gruppe in einem relativ engen Verhältnis stehen. Jedoch erschließt sich nach diesem Tag zweifelsfrei der Sinn dieser Verbindung.

Besonderen Unterhaltungswert hatten einige Anekdoten, die aus der Zusammenarbeit zwischen der Rosink Maschinenfabrik und örtlich aktiven Künstlern in Sachen "Metallskulpturen und Stadtbildgestaltung" resultierten.

Als letzter Programmpunkt der Alumni-Tagung stand für den Samstagmorgen ein Seminar mit dem Titel "Kleider.Macht.Leute" auf dem Plan. Und auch zu diesem Termin geriet das pünktliche Erscheinen - angesichts der Vorabendgestaltung aber auch der Frühstückszeiten in der Pension und natürlich des samstagmorgentlichen grafschafter Verkehrsaufkommens - zur Herausforderung.

Nachdem sich anfangs mangels Erfahrung keiner der Seminarteilnehmer wirklich vorstellen konnte, was ihn erwartet, waren den meisten im Laufe der Veranstaltung die Begeisterung und das wachsende Interesse am Thema förmlich anzusehen. Mit seiner stilsicheren, eloquenten und immer wieder auch verblüffenden Art konnte sich Seminarleiter Andreas Weinzierl der ungeteilten Aufmerksamkeit der Teilnehmer sicher sein. Durch praktische Übungen mit Farben und Stoffen sowie eingängige Theorie vermittelte er einen nachhaltigen Eindruck davon, welche Art und Vielfalt von Informationen durch Kleidung weitergegeben werden. Am Ende war jeder einzelne Absolvent ausgestattet mit den Grundlagen einer individuellen Stilberatung in Sachen Schnitt, Farben und Dresscode.

Was konnte man also mitnehmen aus diesem Seminar?

  • die Fähigkeit, die unbewusste Kommunikation des Erscheinungsbildes etwas bewusster zu gestalten
  • Werkzeuge, um eigene Stärken und Vorzüge für einen selbstsicheren Auftritt zu betonen
  • vermutlich der wichtigste Punkt: Zeiteinsparung durch optimierte Einkaufsabläufe im Klamottenladen

Ein Fazit:

Auf dem von Eisenach wird aufgebaut - Ein Bild, das an Logik und Klarheit kaum zu überbieten und fast schon voraussehbar ist. Und trotzdem gibt es immer wieder Überraschungen und Situationen, die man nicht erwartet, die verblüffen:

  • eine eigenwillige Kombination aus Maschinen- und Innenausbau
  • wie einfach es zu sein scheint, ein Haus zu bauen
  • großer Maschinenbauaufwand für kleine Gummirollen
  • ein Ritterschmaus ohne Met - und Ritter
  • das neue Bewusstsein für das eigene Erscheinungsbild
  • eine Spende für die BA

In diesem Zeichen stand das diesjährige Alumni-Treffen in Bad Bentheim und Nordhorn.

Neben der Tatsache, dass solche Überraschungen das Leben spannend machen - in welcher Hinsicht auch immer - haben sie einen weiteren unschlagbaren Effekt: Sie erweitern den Horizont.

Und damit waren diese zwei Tage eine gelungene Veranstaltung, die mir persönlich viel Interessantes und gute Gespräche über alte Jahrgangsbande hinaus gebracht hat.

So soll es weitergehen - damit der Alumni-Bau wächst!!!

 

 Euer Daniel Weinert

Bad Bentheim  Bad Bentheim