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Meine Wahl: 2+3=4

von Julian Budde, Werkstudent

 

Ich habe mich, gemeinsam mit meinem Ausbildungsbetrieb, für das Modell 2+3=4 entschieden.
Für mich persönlich bietet das Modell 2+3=4 viele Vorteile, vor allem in der Hinsicht auf das Studium zum Ingenieur für Holztechnik. Die Ausbildungsverkürzung, die durch meine Schulbildung möglich ist und die Tatsache, dass das letzte Ausbildungsjahr gleichzeitig das erste Studienjahr ist, bedeuten einen großen Zeitgewinn. Die Ausbildung sowie das Studium werden von meinem Betrieb vergütet und die Studiengebühren werden ebenfalls übernommen. Damit muss ich mich nicht um die Finanzierung während des Studiums kümmern oder BaföG nach Studienabschluss zurückzahlen. So bestehen keine Aktivitäten, die mich vom Studium ablenken könnten. Außerdem könnte ich, falls ich realisieren sollte, dass das Studium zum Ingenieur für Holztechnik nicht der richtige Bildungsweg für mich sein sollte, nach der Gesellenprüfung und einer Vertragsprüfung das Studium aufgeben. Trotzdem hätte ich einen Berufsabschluss vorzuweisen und könnte darauf aufbauen oder mich ganz neu orientieren.

Dies war auch einer der Gründe warum ich mich relativ kurzfristig für das Ausbildungsmodell entschieden habe. Das Lernen im Blockunterricht liegt mir sehr gut, weil ich mich in den Lernphasen völlig auf die Theorie konzentrieren kann und der Unterricht nicht durch Arbeitstage im Betrieb unterbrochen wird. Zu Beginn meiner Ausbildung zum Tischler war ich etwa vier Monate im klassischen Ausbildungsmodell beschäftigt und wechselte erst dann zum Bildungsangebot der Berufsakademie Melle. Vergleichend stellte ich fest, dass mir das Angebot der Berufsakademie wesentlich besser gefällt. In der Berufsschule war ich stark unterfordert und langweilte mich phasenweise. Die behandelten Unterrichtsinhalte waren stark vereinfacht und wurden oft wiederholt. Wenn ich für die Abschlussprüfung der Berufsfachschule Holztechnik benotet worden wäre, hätte ich ein gutes Ergebnis erzielt, obwohl ich nur an etwa einem Viertel des abgefragten Unterrichtes teilgenommen habe.

In der Berufsakademie ist dies anders. Ich werde gefordert und das Lernen macht mir Spaß. Auch wenn wir in kurzer Zeit viele Informationen abhandeln, kann ich mit Wiederholungen das Erlernte rekapitulieren. Da wir in kleinen Gruppen lernen, ist es unseren Dozenten möglich, uns bei Bedarf gezielt zu fördern und zu unterstützen. Individualwünsche und persönliche Interessen können in den Unterricht mit einbezogen werden. Durch einen Wechsel von Studieninhalten und Ausbildungsrelevantem ist der Unterricht abwechslungsreich gestaltet und motiviert zum Lernen. Die Orientierung am Studium erleichtert uns dabei den Übergang zum Studenten. Außerdem ist es für die praktische Ausbildung hilfreich, dass ich in unterbrechungsfreien Zeiträumen in meinem Ausbildungsbetrieb beschäftigt bin. Ich kann wie jeder Geselle oder Meister in die Kapazitäts-Planung  einbezogen werden und an langfristigen Projekten mitarbeiten. Dazu zählen z.B. Montagearbeiten außerhalb des Betriebes, die sich meistens über mehrere Tage hinziehen und deshalb nicht von Auszubildenden in der klassischen Ausbildung verrichtet werden können.

Der einzige negative Punkt, den ich benennen kann, ist, dass mir die praktischen Grundlagen, die in einem Berufsgrundschuljahr vermittelt werden, fehlen. In meiner Firma wird in der Regel wenig mit Vollhölzern gearbeitet und wenn diese zur Konstruktion verwendet werden, erfolgt eine maschinelle Bearbeitung. Dies bedeutet für mich, dass ich die traditionellen Bearbeitungsformen in Eigenarbeit erarbeiten muss. Hilfestellungen kann ich mir bei meinen Ausbildern einholen. Die Sicherheit in der Anwendung kann ich mit erheblichem Zeitaufwand und meinem persönlichen Engagement erreichen.

Mein Ausbildungsbetrieb:
www.kuiter.com

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